Mitarbeiter als Recruiter. So gelingt die Einführung und Umsetzung eines Mitarbeiterempfehlungsprogramms.

Empfehlungen gibt es in vielen Bereichen des Lebens – wenn wir reisen, fragen wir Freunde, die an unserem Urlaubsziel bereits waren nach Empfehlungen für gute Restaurants, Aktivitäten oder Sehenswürdigkeiten. Genauso gut hätten wir aber auch online Portale oder Reiseführer danach durchsuchen können. Beide Varianten haben ihre Berechtigung – und doch würden wir Empfehlungen von Freunden und Bekannten höchstwahrscheinlich immer etwas mehr Vertrauen schenken, als kommerziellen Empfehlungen.

Ganz gleich verhält es sich beim Thema Mitarbeiterempfehlung. Empfiehlt mir ein Freund einen Job bei seinem Arbeitgeber, vertraue ich dieser Empfehlung erstmal mehr, als wenn mir eine Plattform auf Grund meiner reinen Profildaten einen Job bei einem Unternehmen empfiehlt – auch wenn dieses Matching auf rein datenbasierter Ebene immer besser wird. Grundsätzlich kann ich auch davon ausgehen, dass mir mein Freund keinen Job bei seinem Arbeitgeber empfehlen würde, wenn er dort selbst sehr unzufrieden wäre oder er das Gefühl hätte, dass ich kulturell nicht dort hin passen würde.

Als Arbeitgeber macht es daher durchaus Sinn, Mitarbeiterempfehlungen als Kanal im Recruiting-Mix aktiv zu nutzen, denn das Netzwerkpotenzial der eigenen Mitarbeitenden ist unglaublich stark.

Wie setze ich ein Mitarbeiterempfehlungsprogramm auf?

Im ersten Schritt empfehlen wir dir, eine kleine interne Analyse deines aktuellen Empfehlungsmanagements durchzuführen. Wie wird heute mit Mitarbeiterempfehlungen umgegangen, gibt es einen Prozess? Gibt es Prämien? Was läuft gut und was wollt ihr verbessern? Als nächtes steht, je nach Grösse des Unternehmens die Entscheidung an, ob du dein neues Mitarbeiterempfehlungsprogramm durch Unterstützung eines dezidierten, digitalen Tools für Mitarbeiterempfehlungen aufsetzen willst oder ob dir ein manueller Prozess ausreicht.

Hast du hier eine Entscheidung getroffen, solltest du dir überlegen, für welche Stellen eine Mitarbeiterempfehlung gewollt und am Ende belohnt wird. Sollen alle ausgeschriebenen Stellen prämienberechtigt sein oder fokussierst du dich auf die Stellen, die ohnehin über die bisherigen Kanäle schwer zu besetzen sind und ihr daher die Unterstützung durch eure Mitarbeiter und deren Netzwerk braucht? Zudem gilt es zu entscheiden, wie hoch die Erfolgsprämie für eine erfolgreiche Empfehlung sein soll und ob für alle Stellen die gleichen Prämien gelten. Bei deiner Gesamtkostenrechnung, sollten durch ein gutes Mitarbeiterempfehlungsprogramm deine Recruitingkosten eher sinken, als steigen.

Welche Prämien gibt es für Mitarbeiterempfehlungen?

Der überwiegende Teil der Unternehmen setzt klassischerweise auf Geldprämien für erfolgreiche Mitarbeiterempfehlungen. Das ist auch in Ordnung, denn was ich am Ende damit mache, entscheide ich als erfolgreicher Empfehler selbst. Aus eigener Erfahrung bewähren sich auch Kombinationen von Geld- und Sachprämien, bspw. im Rahmen eines Kiosk-Systems, aus dem sich die Mitarbeitenden ihr Prämienpaket selbst zusammenstellen können. Wenn du noch eine Schippe drauflegen möchtest, denke auch über Prämien, wie bspw. einen Urlaubstag oder einen Monat gratis in der Kantine essen nach und veranstalte ein Mal im Jahr eine kleine Feier mit deinen erfolgreichsten Empfehlern. Das motiviert, zeigt hohe Wertschätzung und ermutigt andere, auch Empfehlungen aktiv zu tätigen.

Was ist eigentlich eine erfolgreiche Mitarbeiterempfehlung?

Eine wissenschaftliche Definition darüber gibt es unseres Wissens nach nicht und auch in Fachkreisen gehen die Meinungen darüber auseinander. Grundsätzlich ist eine Empfehlung erfolgreich, wenn eine Einstellung eines Kandidaten auf Grund einer nachvollziehbaren Empfehlung durch einen Mitarbeitenden zustande kommt. Sprich – nach dem erfolgreich absolvierten Tag 1 des empfohlenen Mitarbeitenden, hat der Empfehler Anspruch auf seine Prämie.

Es gibt Arbeitgeber, für die eine erfolgreiche Mitarbeiterempfehlung erst nach Ende der bestandenen Probezeit zustande kommt. Wir halten das für nicht ideal, denn eine Kündigung, egal von welcher Seite in der Probezeit, hat nicht der Empfehler zu vertreten. Auch eine empfohlene Person sollte den gleichen Recruitingprozess, wie jeder andere Bewerber durchlaufen und fachliche und/oder persönliche Passung weitestgehend dort geprüft werden.

Nimmt man es ganz genau, sollte auch der Kanal der Mitarbeiterempfehlung, wie alle anderen Recruitingkanäle, auf seinen Erfolg gemessen werden. Wie performen also empfohlene Mitarbeitende gegenüber solchen, die über andere Kanäle eingestellt werden? Wenn Du das nachvollziehen und auswerten kannst, bist du schon viel weiter, als der Grossteil der Arbeitgeber.

Wenn du neugierig geworden bist, wie du für dein Unternehmen ein Mitarbeiterempfehlungsprogramm erfolgreich aufsetzen kannst, unterstützen wir dich gern dabei.

Martin Maas
Martin Maas


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